„Neuburg spricht“

Wir, Leotrim und ich laden Euch herzlich zu unserer ersten offenen Clubhouse Gesprächsrunde online ein!

Unser Motto: „Neuburg spricht“

Wann: Am Samstag den 20.02.21 um 20 Uhr

Unsere Themen:

„Zero Waste“ null Verschwendung

„Winter Wunder Wald“, wie WBLT mit dem kreativen Projekt neue Impulse setzt

Zu beiden Themen haben wir die passenden Gesprächspartner eingeladen!

Mehr dazu am Samstag!

Wir freuen uns auf EUCH.

P. S.: Für beide Themen planen wir 30 Minuten, im Anschluss freuen wir uns noch auf eine spannende Diskussion.

Euer Leo und Florian

„Ferienausschuss“

„Ferienausschuss“, was ist das überhaupt?

Der Stadtrat in Neuburg hat 30 gewählte Mitglieder. Diese tagen unter der Leitung des Oberbürgermeisters in jeder Stadtratssitzung. Begleitend gibt es eine Vielzahl von Ausschüssen und anderen Formierungen, in denen immer Teile des Stadtrats zusammenkommen. Wie zum Beispiel der Verkehrsausschuss, oder der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss. Diese finden aber in einer kleineren Besetzung statt. Jeder Ausschuss hat definierte Themen und Befugnisse, manche dürfen etwas beschließen, andere nur beraten. Abhängig vom Finanzierungvolumen und Thema werden Punkte dann final in den Stadtratssitzungen beschlossen. Der Stadtrat kann beschließen, dass die Stadtratssitzung befristet als „Ferienausschuss“ tagt. In dem Fall übernimmt die Besetzung des Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss mit 12 Mitgliedern + Oberbürgermeister und agiert dann mit den gleichen Befugnissen, wie der sonstige 30+1- köpfige Stadtrat. Wie der Name schon sagt, ist der Gedanke, diesen Ausschuss in Ferienzeiten als Übergang zu aktivieren. Vor einem Jahr hat der letzte Stadtrat diesen Ferienausschuss aktiviert, um mit den Gefahren von Corona im ersten Lockdown verantwortungsbewusst umzugehen.

„Ferienausschuss“, warum habe ich diesen abgelehnt?

Das ist eine berechtige Frage. Ich habe abgelehnt, weil ich auf weitere Maßnahmen und Versäumnisse aufmerksam machen wollte, die ich schon länger gesehen und angeregt habe und bisher nicht viel passiert ist.

Das Land Bayern schrieb die Stadt Neuburg im Dezember 2020 an, bitte ihr Möglichstes zur Reduzierung des Personenkreises ihrer Sitzungen zu tun. In der Verwaltung wurde entschieden, diesen Brief jetzt kurz vor der Stadtratssitzung im Januar 2021 mit uns Stadträten zu teilen. Die Lösung war und ist der „Ferienausschuss“!

Also habe ich mich gefragt, warum gab es denn beim zweiten Lockdown keine Initiativen, die schon mit präventiven Vorschlägen zu Reduzierung von Kontakten und Zeiträumen geführt hätten? Fast befremdlich habe ich mich in den letzten Sitzungen gefühlt. Meine Arbeitsstelle ist geschlossen, mein Kind nicht in der KiTa, man darf keinen treffen, aber ich kann im Stadtrat in der großen Runde mit einer großen Anzahl von Menschen zusammen sein?

Da habe ich gedacht, ich muss was tun!

Frank Thonig und ich wollten vorausschauend sein und haben zusammen im Oktober einen Brief an den Oberbürgermeister und die Presse gesendet, mit der Bitte um digitale Sitzungen. Ich nutze diese Videokonferenzen mittlerweile persönlich täglich und finde sie einen guten, praktikablen Weg. Bei einigen Treffen werde ich diesen Weg der Videokonferenzen sicher auch nach der Pandemie beibehalten.

Onlineabstimmungen von Kommunen gehen in Bayern leider nicht, weil die Landesregierung an dieser Stelle bisher keine Regelung dafür geschaffen hat.

Da hätte Söder, der als Entscheider in der Pandemie herausragt, mehr tun können. In Baden- Württemberg gibt es diese Übergangslösung, die Sitzungen digital abzuhalten und abzustimmen, schon längst.

Im Januar 2021 hat meine Kollegin Sissy Schafferhans, zusammen mit mir, unseren Oberbürgermeister schriftlich gebeten, am besten alle Sitzungen im Januar 2021 abzusagen. Aus Vorbildfunktion und genau aus den Gründen, die von vielen jetzt so voller Emotionen vorgebracht werden. Einige Sitzungen wurden Ende des letzten Jahres und im Januar auch abgesagt, gut so!

Stadtratssitzung, wer ist denn da im Raum?

Der Stadtrat besteht aus 30 Personen und dem Oberbürgermeister. Unsere 6 Ortsprecher  sind natürlich auch dabei. Die Verwaltung ist anwesend und belgeitet die Technik, stellt die Tagesordnungspunkte vor und steht zum Teil für Fragen zur Verfügung. Daher schwankt die Anzahl, abhängig von den Themen. Es sind aber mindestens 10 Personen. Ferner kann jeder Bürger als Gast kommen. Das nutzen in der Regel aber nicht mehr als weitere 10 Personen, wir haben in Neuburg hierfür eine Begrenzung. Es gibt noch unsere Pressevertreter mit 2-4 Personen. Damit kommen wir auf knapp 60 Menschen.

Was wird getan?

Die Verwaltung der Stadt hat hier mit dem Hygienekonzept eine gute Basis geschaffen, das eigentliche Ziel, die Anzahl der Personen drastisch zu reduzieren, wurde aber nur bedingt angefasst. Es gibt Beschränkungen für die Sitzplätze der Bürger, Abstände, Maskenpflicht, Lüftungsregeln, usw. die Verwaltung reduziert Teile ihres Teams.

Was könnten wir tun?

Veränderungen, die andere Faktoren betreffen, sind überfällig, schon weit vor dem Schreiben aus München, welches Auslöser der Reaktivierung der „Ferienausschuss-Idee“ war und keine Eigeninitiative.

Alternative 1:

Die Sitzungen dauern oft gut 3 Stunden. Wir hätten alle Sitzungen digital stattfinden lassen können und dort eine Probeabstimmung durchführen können. Danach gäbe es die Möglichkeit, uns real zu treffen und zügig „echt“ abzustimmen, um die Zeit auf 30 Minuten oder weniger zu reduzieren. Dabei wären dann auch nur noch die 30 Stadträte, der Oberbürgermeister und 1-2 Personen der Verwaltung nötig. Alle anderen hätten alles vorher digital erfahren, konnten sich einbringen und müssten keinem Risiko ausgesetzt werden.

Alternative 2:

Wir könnten allen Anwendenden die Möglichkeit bieten, über eine Videokonferenz mit dabei zu sein und sich über diesen Weg einzubringen, um für viele das Risiko zu minimieren. Damit wären wir in der Lage, die Gruppe letztendlich auf nicht viel mehr als 30 Personen zu reduzieren. Diese Option kam bisher nicht in Betracht. Auch wenn Bürger das Anrecht auf Teilnahme haben, kostet die Frage, ob diese dabei aus einem „anderen Raum“ zusehen, erstmal nichts.

Hierbei muss ich mich bei den Ort Sprecherinnen/n entschuldigen: Ich hätte nicht für deren Abwesenheit stimmen sollen, das wünsche ich absolut nicht. Es gab nur die digitale Option nicht, diese hätte ich fordern müssen, um ihre Anwesenheit und das damit verbundene Rederecht hier zu erhalten, ohne es weiter zu gefährden.

Alternative 3:

Wir hätten auch einen Entwicklungsstau für eine Zeit in Kauf nehmen können und einfach für eine Zeit alle Sitzungen absagen, auch das kam nicht in Betracht.

Wer verlässt jetzt die Komfortzone? Unter den aktuellen Bedingungen wären in einem „Ferienausschuss“ eine ähnliche Anzahl an Personen, als wenn wir andere Maßnehmen schon ergriffen hätten.

Optionen:

Man sollte Faktoren wie die Räumlichkeiten neu denken, die Stadtratsmitglieder könnten die Technik selber bedienen, zum Mikrofon laufen. Die Zeitfenster müssten wir wesentlich verringern, der beste Weg wäre da, die Länge der Tagesordnungspunkte kürzer fassen und nicht Rederecht zeitlich einzuschränken. Nicht akzeptabel sollte die Devise sein, sondern maximaler Schutz sollte an erster Stelle stehen.

Die Interessen der Personen, die es betrifft, besonders derer, die es beruflich begleiten, werden mit dem „Ferienausschuss“, in der geplanten Form, nur zum Teil gewahrt. Erst die Ablehnung führt dazu, dass jetzt ernsthaft Entscheidungen zu Digitalität und ein Anstoß, die Grundhaltung zu überdenken, ausgelöst wurden.

Jetzt liegt der Finger in der Wunde und es schmerzt mich, dass wir ihn genau dort reinlegen mussten. Weil ich die Schuhe des „Coronabelächlers“ nicht tragen will, da ich genau gegenteilige Forderung gestellt habe.

Ich hoffe!

Vielleicht bekommen wir als Bürger, als Stadträte, einen solchen Brief zukünftig etwas früher, wie es meine Kollegin Dr. Hildebrandt gefordert hat, um auch mit zu agieren und zu überlegen, was wir besser machen können. Vielleicht findet Frank Thonigs und meine Bitte auf mehr Digitalität in den Sitzungen, aufgrund der Situation das nächste Mal mehr Beachtung. Vielleicht ist es doch nicht zwingend nötig, sofort zu entscheiden und es könnte beim nächsten Mal der Folgemonat reichen oder wir machen einfach mal eine Pause.

Der „Ferienausschuss“ löst die Frage nicht, warum wir gezwungen sind, mit Anwesenheit abzustimmen, warum wir gezwungen sind, Menschen einem Risiko auszusetzten.

Mein Fazit:

Es wird keinen „Ferienausschuss“ geben. Es gibt starke Argumente und Kritik ist berechtigt, trotzdem wähle ich diesen Weg als Protest, um ein Statement zu setzten. Das haben viele Stadträte gemeinsam getan. Ich verstehe es als Aufforderung, an unseren Oberbürgermeister. Alle, die für den „Ferienausschuss“ waren, stehen geradlinig für Vorsicht und Sicherheit. Für mich sind beide Entscheidungen begründet.

Ich begrüße noch, dass wir auf dem Wege uns auch entschlossen haben, den Testlauf, die Sitzungen öffentlich zu machen, anzugehen. Toll, dass dafür eine Mehrheit zustande kam. Ob es nachher wirklich ein Video sein muss oder ob ein Audio reicht, kann man noch entscheiden. Ich verstehe auch, dass nicht jeder „gesendet“ werden möchte. Der Audio-Weg wäre an der Stelle vielleicht fairer und besser vermittelbar, aber es ist der Weg der Zukunft, der Transparenz.

Ich hoffe an der Stelle auf die Vernunft des Stadtrates, seine Angst vor dann möglicherweise viel längeren Reden, zu entkräften und unsere Übertragung zum Erfolg zu machen.

Wir wollen doch alle Bürger für kommunale Themen begeistern und bei diesen mitnehmen. Da ist eine Plattform, bei der man dies online verfolgen kann, doch der richtige Schritt. Ich persönlich spreche mich an der Stelle auch für die vollständige Transparenz aus, die digitalen Audio- Aufzeichnung sollten langfristig hörbar sein. Ich denke zweifelnd, dass ich dafür keine Mehrheit finden werde, aber ich lasse mich gerne überraschen.

LG Florian Herold

„Partnerschaft Hochschule“

Antrag an den Oberbürgermeister Dr. Bernhard Gmehling und den Stadtrat zur:

Sehr geehrter Dr. Bernhard Gmehling, sehr geehrter Stadtrat, sehr geehrte Verwaltung,

die Außenstelle der THI in Neuburg ist ein Wunschprojekt das breit im Stadtrat unterstützt wird. Stadtrat und Bevölkerung sollen und wollen Teil dieser Entwicklung sein. Es liegt daher auch in der Verantwortung des Stadtrates und der Stadt Neuburg, für eine gute Vernetzung zwischen den Bürgern, der Wirtschaft und dem THI Campus zu sorgen. 

Antrag:

Hiermit stelle ich den Antrag, Vertreter der Arbeitsgruppe THI-Campus zeitnah in den Stadtrat ein zu laden. Wir bitten um eine Darstellung des aktuellen Sachstands und bitten um die Möglichkeit von Fragen.

Neuburg, den: 05.02.2021