Donaukurier zum Diskurs der Oberbürgermeisterkandidaten

Heute Abend hat der Donaukurier zum Diskurs der Oberbürgermeisterkandidaten eingeladen. Vielen Dank für die Einladung. Die Diskussion war stellenweise hitzig, inhaltlich aber wichtig. Der gesamte Abend ist als Livestream verfügbar und kann vollständig nachgesehen werden.

Ich habe mich gefreut, dass einige von euch vor Ort waren. Gleichzeitig war es schade, dass überwiegend politische Akteure im Publikum saßen. Natürlich ist es gut, dass sich viele Menschen politisch engagieren. Noch besser wäre es, wenn sich mehr Bürgerinnen und Bürger ohne Parteibindung inhaltlich mit den Kandidaten auseinandersetzen würden. Genau dafür sind solche Formate da.

Im Nachgang kann ich sagen: Die Themen lagen auf dem Tisch, es wurde klar gesprochen. Für mich besonders deutlich beim Thema Donauquerung mit Ortsumfahrung. Ich halte den aktuellen Diskurs darüber für verfälschend. Fakt ist: Nach der Bürgerbefragung mit über 60 Prozent Zustimmung hat der Stadtrat kontinuierlich an diesem Projekt gearbeitet und das Planfeststellungsverfahren entscheidend vorangebracht. Daran halte ich fest.

Viele Unternehmen an der Grünauer Straße haben ihre wirtschaftliche Entwicklung auf diese Verbesserung ausgerichtet. Sie sichern Arbeitsplätze und zahlen die Steuern, mit denen wir unsere Stadt finanzieren. Wenn nur eines der größeren Unternehmen abwandert, entstehen schnell höhere Verluste als die geplanten Investitionen von 18 bis 20 Millionen Euro für diese Infrastrukturmaßnahme. Zusätzlich verbessert die Maßnahme nachweislich die Situation in der Innenstadt. Beides gehört für mich zusammen.

Ein weiterer Punkt waren die vielen Versprechen, wie die Stadt verändert werden soll. Für mich ist klar: Wir brauchen eine wirtschaftsnahe Politik. Dazu gehören ein Bürger und Unternehmerrat, ein integriertes Stadtentwicklungskonzept, ein Gründerzentrum und eine Stadtentwicklungsgesellschaft, die aktiv Entwicklung gestaltet und finanziert.

Neuburg wächst unter anderem durch die Technische Hochschule Ingolstadt. Wachstum bedeutet aber nicht automatisch mehr Geld. Wirtschaftsförderung wirkt erst über Jahre. Deshalb müssen wir ehrlich entscheiden, was wir uns leisten können, was wir verändern und worauf wir verzichten. Auch langjährige Strukturen müssen überprüft werden dürfen.

Meine Prioritäten sind klar: ein lebendiges Stadtzentrum, ein funktionierendes Park und Verkehrskonzept, mehr Leben an der Donau, sichere Arbeitsplätze und eine Stadt, die für Familien lebenswert bleibt. Vereine sollten stärker unterstützt werden, statt dass die Stadt immer mehr selbst organisiert. Das ist günstiger und stärkt genau das, was Neuburg ausmacht.

Wir brauchen eine bürgernahe Verwaltung, einen zentralen Infopoint für Anliegen und eine gezielte Weiterbildung unserer Verwaltungsmitarbeiter in Städten, die bestimmte Dinge seit Jahren erfolgreich umsetzen. So entsteht echte Stärke aus dem eigenen Haus.

Dafür stehe ich. Das habe ich heute gesagt. Ihr könnt das im Stream des Donaukurier, in meinen Formaten und bei Neuburg spricht jederzeit nachvollziehen.

Ich stehe dazu gemeinsam mit meinem Stadratsteam. Für ein Stadtentwicklungskonzept für Neuburg. Für ein Neuburg mit vielen, nicht für wenige.

Danke für eure Zeit.
Euer
Florian Herold