Mit großer Betroffenheit habe ich heute vom Tod von Rita Süssmuth erfahren. Diese Nachricht berührt mich persönlich.
Ich durfte Rita Süssmuth Anfang der 90er Jahre in Göttingen kennenlernen. Sie war damals Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Göttingen und kam regelmäßig zu dem von meinem Vater mit organisierten Spiele Autorentreffen Treffen. Für mich war es der erste bewusste Kontakt mit einer Politikerin. Sie setzte sich zu mir, nahm sich Zeit, hörte zu und sprach mit mir über Themen, die mich als Jugendlichen wirklich erreicht haben. Diese Begegnungen haben Eindruck hinterlassen. Auch in den folgenden Jahren war sie bei den Treffen präsent, hielt Eröffnungsreden und blieb nahbar.
Über Parteigrenzen hinweg habe ich Rita Süssmuth stets als große Politikerin wahrgenommen. Klug, zugewandt, klar in der Haltung. Rückblickend bin ich überzeugt, dass diese frühen Begegnungen auch mein heutiges Engagement in der Kommunalpolitik geprägt haben.
Ihr Wirken erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Menschen für Politik zu begeistern und wie entscheidend Vorbilder dabei sind. Gerade in der Diskussion um die Rolle von Frauen in der Politik und insbesondere in der Kommunalpolitik bleibt ihr Lebenswerk aktuell. Politik braucht unterschiedliche Perspektiven, Erfahrung, Empathie und Haltung.
Rita Süssmuth hat Spuren hinterlassen. In der Bundespolitik und ganz persönlich auch bei mir. Florian Herold
